Betriebsschließungen empfohlen

Das Coronavirus breitet sich zu uns aus.

Es kommt mit exponentiellen Geschwindigkeit: erst langsam und dann plötzlich.

Es ist eine Frage von Tagen oder 1 – 2 Wochen.
Wenn das passiert wird das Gesundheitssystem überfordert sein, die Mitbürger werden auf den Gängen behandelt, erschöpftes Gesundheitspersonal wird zusammenbrechen und einige der Infizierten werden sterben.
Ärzte werden entscheiden müssen, welcher Patient Sauerstoff bekommt und welcher stirbt, denn es gibt nicht genug Geräte im Land der Bettenstreichungen.

Die einzige Möglichkeit, dies zu verhindern, sind gesellschaftliche Abstandsmaßnahmen heute. Nicht morgen. Sondern heute.
Das bedeutet, so viele Menschen wie möglich zu Hause bleiben, und zwar ab sofort.

Als Geschäftsmann/frau haben Sie die Macht und die Verantwortung, die nötigen Schritte einzuleiten. Natürlich wirft das Fragen auf:

Was ist, wenn ich überreagiere? Werden die Leute mich auslachen? Werden sie wütend auf mich sein? Werde ich dumm aussehen? Ist es nicht besser zu warten, bis andere den ersten Schritt machen? Werde ich die Wirtschaft und mein Unternehmen zu sehr schädigen?

Aber in 2–4 Wochen, wenn die ganze Welt in Quarantäne ist, wenn die wenigen kostbaren Tage der gesellschaftlichen Abstandsmaßnahmen, die Du ermöglicht hast, Leben gerettet haben, werden die Menschen Dich nicht mehr kritisieren. Warum ist das so?

1. Wie viele Fälle von Coronaviren gibt es bei uns?

Es gibt starke statistische Hinweise, daß die offiziellen Infiziertenzahlen falsch niedrig sind.

 

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Die Gesamtzahl der Fälle stieg exponentiell an, bis China die Ausbreitung eindämmte. Aber dann gelangte das Virus ins Ausland und jetzt ist es eine Pandemie, die niemand mehr aufhalten kann.

 

Bis heute betrifft dies hauptsächlich Italien, Iran und Südkorea:

 

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Es gibt dutzende von Ländern mit exponentiellen Wachstumsraten. Momentan sind die meisten davon westliche Industrieländer.

 

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Wenn diese Wachstumsraten für das weitere Wachstum in den nächsten sieben Tagen angewendet werden, erhält man dieses Ergebnis:

 

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Wenn man verstehen will was passieren wird, oder wie man es verhindern kann, muss man die Fälle untersuchen, die diesen Anstieg bereits mitgemacht haben: China, südostasiatische Länder mit SARS-Erfahrungen und Italien:

China
 

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Zeitstrahl der Ereignisse in Hubei

Dies ist eines der wichtigsten Diagramme.

Die orangen Balken zeigen die offiziellen, täglichen Fallzahlen in der Provinz Hubei: Wieviele Menschen an dem Tag mit einer Coronavirus-erkrankung diagnostiziert wurden.

Die grauen Balken zeigen die tatsächlichen täglichen Coronavirus-Fälle. Das chinesische CDC hat diese Zahlen bestimmt, indem sie Patienten während der Diagnose befragt haben, wann deren Symptome begannen.

Von entscheidender Bedeutung ist hier, dass diese tatsächlichen Fallzahlen an den jeweiligen Tagen nicht bekannt waren. Wir können sie nur durch Blicke in die Vergangenheit ermitteln: die Behörden können nicht wissen, dass bei jemandem die Symptome gerade erst angefangen haben. Sie erlangen erst Kenntnis, wenn diese*r Jemand zum Arzt geht und diagnostiziert wird.

 

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Man kennt also zunächst nur die offiziell festgestellten Fälle, nicht die tatsächlich vorhandenen. Aber man muss die tatsächlich vorhandenen in Erfahrung bringen. Dafür gibt es zwei statistische Ansätze:

Erste Variante: anhand der Todesfälle.
Wenn es in einer Gegend bereits Todesfälle gab kann diese Zahl verwendet werden, um die aktuelle, tatsächlich existierende Anzahl von Infektionen zu bestimmen. Wir wissen ungefähr wie lange es im Schnitt in solchen Fällen vom Infektionszeitpunkt bis zum Tod dauert: 17,3 Tage. Das bedeutet, daß eine Person, die am 29. Februar verstarb, sich wahrscheinlich ungefähr am 12. Februar infizierte .

Weiterhin kennt man die Sterberate. Für dieses Szenario kann von einer Rate von 1% (Details weiter unten) ausgegangen werden. Diese bedeutet, dass um den 12. Februar herum bereits ~100 Coronavirus-Fälle in der Gegend existierten (von dem lediglich einer in einem Todesfall 17,3 Tage später resultierte).

Nun ziehen wir die durchschnittliche Verdopplungszeit des Coronavirus hinzu (die Zeit, die es im Durchschnitt dauert, damit sich die Anzahl der Fälle verdoppelt). Diese beträgt 6,2 Tage. Das bedeutet: in den 17 Tagen, die es dauerte bis diese Person verstarb, multiplizierten sich die Fälle mit ~8 (=2^(17/6)). Dies wiederum bedeutet, dass ein Todesfall am heutigen Tag auf ungefähr 800 tatsächliche Infektionen am heutigen Tag hinweist, solange man nicht alle Fälle diagnostiziert.

Zweite Variante: die Viren selbst und ihre Mutationen.
Dieser Ansatz steht nachvollziehbar nur Virologen zur Verfügung.

Frankreich hat bis jetzt 1.400 Fälle und 30 Todesfälle bekanntgegeben. Mittels der beiden oben angeführten Methoden kann man einen möglichen Bereich für die Menge der tatsächlichen Fälle ermitteln: zwischen 24.000 und 140.000.

Die tatsächliche Anzahl von Coronavirus-Fällen in Frankreich liegt aktuell wahrscheinlich zwischen 24.000 und 140.000.

Zur Verdeutlichung: die tatsächliche Anzahl von Fällen in Frankreich ist wahrscheinlich um ein bis zwei Größenordnungen höher, als offiziell angegeben.

Dieses Rechenbeispiel kann auf die offiziellen Fallzahlen für Deutschland angewendet werden, die WorkaHealthic auf der Titelseite laufend veröffentlicht.

Bei den gegenwärtigen Zahlen in der BRD war Wuhan bereits abgeriegelt. Es sei daran erinnert, daß die Provinz Hubei, in der Wuhan liegt, mit 60 Millionen Einwohnern so groß wie Frankreich und fast so groß wie die BRD nach Einwohnerzahlen ist.
Die BRD lässt trotz angekündigter Grenzschließung immer noch Migranten ausgrechnet aus dem Iran landen, ohne daß die Ankömmlinge direkt in Quarantäne verbracht werden. Die Regierung handelt nach wie vor nicht konsequent und leidet an ideologischer Schlagseite.

 

2. Was wird passieren, wenn diese Coronavirus-Fälle zutage treten?

Nun ist das Coronavirus also schon hier. Es ist versteckt, und es verbreitet sich exponentiell.

Was wird in unseren Ländern passieren wenn es zuschlägt? Das ist nicht schwer in Erfahrung zu bringen, denn das ist schon an einigen Orten geschehen. Die besten Beispiele sind Hubei und Italien.

Sterberaten

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) gibt 3,4% als Sterberate (Prozentsatz der Menschen welche am Voronavirus erkranken und dann sterben) an. Diese Zahl bedarf der Erläuterung.

 

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Worauf es wirklich ankommt ist das Land und der Zeitpunkt: zwischen 0,6% in Südkorea und 4,4% im Iran. Also was stimmt jetzt?

Ungefähr 20% der Infizierten müssen in Krankenhäuser eingeliefert werden, 5% der Fälle müssen auf Intensivstationen und ungefähr 1% benötigen äußerst intensive Hilfe mittels Geräten zur Unterstützung der Atmung oder vollständiger künstlicher Beatmung.

 

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Problematisch ist, dass die nötigen Geräte nicht einfach und schnell hergestellt oder gekauft werden können. 

WENN ALSO RUND 5 % VON GESCHÄTZT 100.000 INFIZIERTEN INTENSIVBEHANDLUNGSPFLICHTIG WERDEN, BEDEUTET DAS IN ABSOLUTEN ZAHLEN, DASS DIE BEATMUNGSPLÄTZE IN DEUTSCHLAND NICHT MEHR AUSREICHEN WERDEN UND DURCH EINEN KOLLAPS DES GESUNDHEITSWESENS DIE STERBERATE MASSIV WEGEN SCHLECHTERER BEHANDLUNG STEIGEN MUSS.

DEUTSCHLAND WEIST ETWAS ÜBER 20.000 INTENSIVBETTEN AUS, DAVON NUR EIN KLEINERER TEIL ALS BEATMUNGSPLÄTZE. ES MUSS DAHER GELINGEN, DIE AUSBREITUNG EINZUDÄMMEN, SO DASS WENIGER FÄLLE PRO ZEITSPANNE INTENSIVPFLICHTIG WERDEN.

Das ist keine sensationsheischende Panikmache, sondern die Konsequenz aus einer sorgfältig kalkulierten Prognose, die auf die Entwicklung der gemessenen und der zurückblickend feststellbaren, realen Fallzahlen in der Provinz Hobei basiert. Anhand der weiter oben abgebildeten Balkendiagramme aus Wuhan ist das mühelos nachvollziehbar.

Im Interesse der konsequenten Umsetzung aller Maßnahmen, die eine weitere Ausbreitung massiv verlangsamen können - letztlich Quarantäne für alle über einige Wochen - empfehlen wir unseren Kundenbetrieben die Betriebsschließung aus gesamtgesellschaftlichen Erwägungen.

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