Schutzmasken in der Corona-Pandemie

Im Zusammenhang mit der aktuellen Situation zu SARS-CoV-2 / Covid-19 werden in unterschiedlichen Zusammenhängen verschiedene Typen von Masken zur Bedeckung von Mund und Nase genutzt. Da sich diese Masken grundsätzlich in ihrem Zweck – und damit auch in ihren Schutz- und sonstigen Leistungsmerkmalen – unterscheiden, möchte das BfArM im Folgenden auf wesentliche Charakteristika hinweisen.

Zu unterscheiden sind im wesentlichen Masken, die als Behelfs-Mund-Nasen-Masken aus handelsüblichen Stoffen hergestellt werden (1. „Community-Masken“) und solche, die aufgrund der Erfüllung einschlägiger gesetzlicher Vorgaben und technischer Normen Schutzmasken mit ausgelobter Schutzwirkung darstellen (2. Medizinischer Mund-Nasen-Schutz und 3. Filtrierende Halbmasken).

Maskentyp / Eigenschaften 1. „Community-Maske“ 2. Mund-Nasen-Schutz 3. Filtrierende Halbmasken
Abkürzung/Synonym DIY-Maske; Behelfs-Mund-Nasen-Maske MNS / Operations- (OP)Maske FFP2 / FFP3-Maske
Verwendungszweck Privater Gebrauch Fremdschutz Eigenschutz / Arbeitsschutz
Medizinprodukt bzw. Schutzausrüstung Nein Ja Ja
Testung und Zertifizierung / Zulassung Nein

Ja,
Norm DIN EN 14683:2019-6

CE-Zertifikat1

Ja,
Norm DIN EN 149:2001-10

CE-Zertifikat1

Schutzwirkung i.d.R. nicht nachgewiesen;
durch das Tragen können Geschwindigkeit des Atemstroms oder Speichel-/Schleim-Tröpfchenauswurfs reduziert werden und die Masken können das Bewusstsein für „social distancing“ sowie gesundheitsbezogenen achtsamen Umgang mit sich und anderen unterstützen
Schutz vor Tröpfchenauswurf des Trägers Schutz des Trägers vor festen und flüssigen Aerosolen

1Zur Bewältigung der aktuellen Krisenlage bezüglich der Eindämmung von Covid-19 gelten MNS und FFP-Masken, die in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien oder Japan verkehrsfähig sind, ggf. auch in Deutschland als verkehrsfähig, auch wenn diese keine CE/NE-Kennzeichnung tragen.

1. „Community-Masken“

„Community-Masken“ oder „DIY-Masken“ sind im weitesten Sinne Masken, die (z.B. in Eigenherstellung auf Basis von Anleitungen aus dem Internet) aus handelsüblichen Stoffen genäht und im Alltag getragen werden. Entsprechende einfache Mund-Nasen-Masken genügen in der Regel nicht den für Medizinischen Mund-Nasen-Schutz (2.) oder persönliche Schutzausrüstung wie Filtrierende Halbmasken (3.) einschlägigen Normanforderungen bzw. haben nicht die dafür gesetzlich vorgesehenen Nachweisverfahren durchlaufen. Sie dürfen nicht als Medizinprodukte oder Gegenstände persönlicher Schutzausrüstung in Verkehr gebracht und nicht mit entsprechenden Leistungen oder Schutzwirkungen ausgelobt werden.

Hygienekonzept für den Betrieb – was heißt das?

Hygienekonzept für den Betrieb – was heißt das? 1

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Arbeitsschutzmaßnahmen schützen die Gesundheit (© Maridav – stock.adobe.com)

Am 16. April 2020 hat das Bundesarbeitsministerium den Sars-CoV2-Arbeitsschutzstandard veröffentlicht. Eine Frage, die viele Unternehmen beschäftigt: Welche Anforderungen sind mit Blick auf die nach Arbeitsschutzgesetz vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung zu erfüllen? So haben Bund und Länder am 15. April beschlossen, dass “jedes Unternehmen in Deutschland auch auf Grundlage einer angepassten Gefährdungsbeurteilung sowie betrieblichen Pandemieplanung ein Hygienekonzept” umsetzen muss.

Was bedeutet das für den einzelnen Betrieb? Ist das Hygienekonzept eine zusätzliche Anforderung, die neben der Gefährdungsbeurteilung besteht? Müssen Unternehmen eine separate Dokumentation erstellen?

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) stellt dazu klar: Um die rechtlichen Anforderungen zu erfüllen, reicht es aus, die Hygienemaßnahmen einzuhalten, wie sie im SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard beschrieben sind. Ergänzt und konkretisiert wird der Standard von branchenspezifischen Hilfestellungen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Ein darüber hinaus gehendes “Hygienekonzept” als eigenständiges Dokument ist für die Betriebe nicht erforderlich.

Dazu Stefan Hussy, Hauptgeschäftsführer der DGUV: “Wir geben den Betrieben jetzt pragmatische und praxisorientierte Hilfen. Als Partner der Betriebe im Arbeitsschutz haben Berufsgenossenschaften und Unfallkassen seit Beginn der Coronavirus-Pandemie entsprechende Informationen und Instrumente entwickelt. Diese Hilfen gleichen wir jetzt mit den Vorgaben des SARS-CoV2-Arbeitsschutzstandards ab und übersetzen sie in die Sprache und Bedarfe der einzelnen Branchen.”

Hinweis zur Hygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtspflege

Die Aussagen zum Hygienekonzept in unserer Pressemitteilung beziehen sich auf die Anforderungen des SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard.

Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtspflege müssen nach wie vor auf der Grundlage anderer Rechtsgrundlagen, z.B. auf der Basis der TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“, einen Hygieneplan erstellen.

Informationen für Druck- und Medienindustrie

COVID-19 Infektionsrisiko in abwassertechnischen Anlagen

Nach derzeitigem Wissensstand ist eine Übertragung von COVID-19 über den Weg des Abwassers sehr unwahrscheinlich. Von einer Gefährdung für Beschäftigte in abwassertechnischen Anlagen in Zusammenhang mit dem Auftreten von COVID-19 ist laut aktueller Datenlage nicht auszugehen. Die Krankheit wird im direkten Kontakt mit Infizierten noch vor dem Einsetzen von Krankheitssymptomen durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen.

Beim derzeit eingesetzten PCR-Test werden einzelne DNA-Stränge vervielfältigt und mit der COVID-19 Virus-RNA abgeglichen. Aufgrund der hohen Spezifität des Tests kann damit treffsicher bestimmt werden, ob es sich beim untersuchten Virus auch tatsächlich um COVID-19 handelt und nicht um andere Erkältungsviren.

Mit dem PCR-Test ist COVID-19 auch im Stuhl sehr gut nachweisbar, wobei es aber nicht so aussieht, als wäre das dort mit PCR nachgewiesene Virus ein infektiöses Virus. Diese Schlussfolgerung ist möglich, weil man dieselbe Probe parallel auf eine Zellkultur geben kann und anschließend nachschaut, ob dieses Virus auch lebend anwächst. Dies tut es nach allen bisher veröffentlichten Untersuchungen nicht.

Nach einer am 01.04.2020 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Studie scheint die Infektiosität der COVID-19-Patienten insbesondere von der Viruslast im Rachen bzw. der Lunge abzuhängen, was darauf hindeutet, dass COVID-19-Erkrankte schon zu einem Zeitpunkt infektiös sein können, bevor sie überhaupt bemerken, dass sie krank sind.

Unabhängig von der im PCR-Test nachgewiesenen Konzentration der viralen RNA war in der Studie eine Virusisolierung aus Stuhlproben in keinem der untersuchten Fälle erfolgreich (basierend auf insgesamt 13 entnommenen Proben). Eine erfolgreiche Virusisolation hängt auch von der Viruslast ab: Ein weiteres Ergebnis war, dass Proben mit weniger als 106 Kopien/ml (oder Kopien pro Probe) niemals ein Isolat ergaben.

Aus diesen Gründen ist nach derzeitigem Wissenstand nicht von einer COVID-19-Infektion z. B. durch Austrag von Viruspartikeln über Aerosole aus Einsteigschächten von Kanalisationen auszugehen.

Dessen ungeachtet sind Schutzmaßnahmen, wie in der TRBA 220 “Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen” formuliert, zu beachten.

Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk

Friseurinnen und Friseure sollten sich darauf vorbereiten, ab dem 4. Mai ihren Betrieb wieder aufzunehmen. Damit sich in Friseursalons niemand mit dem Coronavirus ansteckt, bietet die BGW Infos, den Arbeitsschutzstandard für die Friseurbranche sowie Antworten auf häufige Fragen.

“11. Unter den Dienstleistungsbetrieben, bei denen eine körperliche Nähe unabdingbar ist, sollen sich zunächst Friseurbetriebe darauf vorbereiten, unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen sowie unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung den Betrieb ab dem 4. Mai wieder aufzunehmen.”

Bei der Wiedereröffnung der Friseursalons sind in der laufenden Coronapandemie schwerwiegende Änderungen in der Arbeitsorganisation und der Abläufe notwendig. Die bereits bestehenden Regelungen für die Hygiene im Friseursalon einzuhalten ist jetzt wichtiger denn je. Zusätzlich ergeben sich aus der erhöhten Infektionsgefahr weitere Maßnahmen zum Schutz von Beschäftigten und Kunden sowie Kundinnen.

Wichtige Voraussetzung ist das konsequente Einhalten der allgemeinen Schutzmaßnahmen:

  • Mindestens 1,5 – 2 Meter Abstand von anderen Menschen einhalten, soweit es die Tätigkeit erlaubt
  • Eine gute Händehygiene praktizieren
  • Sich an die Hust-Nies-Etikette halten
  • Auf das Händeschütteln verzichten
  • Sich möglichst wenig ins Gesicht fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen
  • Mitarbeitende mit Anzeichen für einen Atemwegsinfekt oder nach dem Kontakt mit einer möglicherweise an COVID-19 erkrankten Person sollen nicht zur Arbeit kommen
  • Mitarbeitende in Hygiene und Arbeitsschutz unterweisen und mit Mund-Nasen-Bedeckung, Einmalhandschuhen und ggf. mit Schutzkittel ausstatten
  • Kunden einweisen und nur bedienen, wenn die Kunden Mund-Nasen-Bedeckung und Schutzumhang tragen

Grundlegende Maßnahmen werden von Landes- und Bundesbehörden zur Wiedereröffnung der Salons vorgegeben und müssen laufend umgesetzt werden.

Aktualisiert: 29.04.2020

Beispiele für Schutzmaßnahmen zur Infektionskontrolle, unter Berücksichtigung der Distanzregeln sowie alternativer Maßnahmen bei Friseurtätigkeiten:

Die Beispiele beziehen sich überwiegend auf organisatorische und personenbezogene Maßnahmen. Nur einige Maßnahmen können auf technischer Seite durchgeführt werden. Die Saloninhaber/innen sind gehalten, sie je nach Gefährdungsbeurteilung zu ergänzen (siehe Branchenschutzstandard).

a) Anpassungen im Friseursalon

  • Einrichten von Plätzen, an denen sich die Kundinnen/Kunden die Hände waschen/desinfizieren 
  • Wartezonen sperren
  • Bodenmarkierungen für den notwendigen Abstand anbringen
  • Handwaschplätze für Beschäftigte mit Flüssigseife-Spendern und/oder Händedesinfektionsmittelspender und Einmalhandtücher einrichten
  • Optimierte Lüftung: z. B. Stoßlüftung mindestens stündlich
  • bevorzugt bargeldlose Zahlung, nach dem Kontakt mit Bargeld Hände waschen bzw.